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Der demografische Wandel in unserer Gesellschaft, einhergehend mit einer bisher nie da gewesenen Alterung der Bevölkerung und einem gleichzeitigen Rückgang der Geburten, sowie einer anteiligen Zunahme der Bevölkerung mit „Migrationshintergrund“ , stellt auch die Wohnungswirtschaft vor große Herausforderungen.
Die einzige Bevölkerungsgruppe, die künftig wachsen wird, ist die der über 60 –Jährigen! Besonders bei Wohnungsbaugenossenschaften, und so auch beim MBV, liegt der Altersaufbau aber noch deutlich über den demografischen Mittelwerten. So wurden z.B. für die Stadt Mettmann im Jahre 2010 insgesamt 33% der Einwohner älter als 60 Jahre ermittelt, während sich beim MBV bereits 43% der Mieter in dieser Altersgruppe befinden.
Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland von 2,25 Mio. im Jahr 2009 wird sich in den nächsten 10 Jahren auf 3,0 Mio. Personen erhöhen. Bereits heute leben in knapp 23% aller Seniorenhaushalte Menschen mit motorischen Bewegungseinschränkungen, die auf die Benutzung einer Gehhilfe, eines Rollators oder Rollstuhls angewiesen sind. Immer mehr gerade auch älterer Menschen leben alleinstehend in ihrer angestammten Wohnung. Und dies möchten mehr als zwei Drittel der Bevölkerung auch so lange, wie nur eben möglich, das „Altersheim“ steht ganz unten auf der Wunschliste!
Allein diese Zahlen machen deutlich, welcher Handlungsbedarf auf die Wohnungswirtschaft zukommt. Veränderte Zielgruppen mit ganz eigenen Bedürfnissen und Ansprüchen an Wohnung und Quartiersumgebung werden die Wohnungswirtschaft künftig vor große Herausforderungen stellen. Die Bereitstellung von altersgerechtem Wohnraum in einer breit gestaffelten baulichen Vielfalt mit ergänzenden Pflege- und Betreuungsangeboten gewinnt in immer höherem Maße an Bedeutung.
Bereits heute ist erkennbar, dass unserer älteren Mieter zunehmend Probleme haben, sich allein ihren vier Wänden zu bewegen, die Zahl der Anträge auf seniorengerechte Badumbauten nimmt kontinuierlich zu. Es gilt daher, den Wohnungsbestand des MBV mit Blick auf den künftigen Bedarf zu überprüfen und daraus Entscheidungen für die Zukunft abzuleiten.
Es ist aber nicht nur der bauliche Zustand der Bäder - fehlende Aufzüge, zu schmale Türen, oder Treppenanlagen im Außenbereich müssen ebenfalls berücksichtigt werden, wenn man ein möglichst langes Verbleiben unserer Mieter in ihrer angestammten Wohnung sicherstellen will.
Oftmals ist auch der Zuschnitt von Wohnungen nicht mehr zeitgemäß! Gerade Gebäude aus den 50- er und 60– er Jahren entsprechen vielfach nicht mehr heutigen Anforderungen. Hinzu kommt, dass diese Gebäude ohne eine aufwendige Wärmedämmung nicht mehr die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Hohe Heizkosten sind nebenbei die Folge. Bei einer Sanierung werden dann zwar die Heizkosten gesenkt, gleichzeitig ist aber eine Mietanpassung auf Grund der durchgeführten Sanierung nicht zu umgehen!

Vor diesem Hintergrund stellt sich für den MBV zunehmend die Frage, inwieweit alte Bausubstanz technisch und wirtschaftlich lohnend sinnvoll saniert werden kann, oder ob sich möglicherweise eher Abriss und Neubau als Alternative empfehlen. Die Erfahrungen in der Siedlung „Am Island“ zeigen, dass hier der richtige Weg beschritten wurde. Alte, nicht mehr zeitgemäße Gebäude wurden durch schmucke Neubauten mit Fahrstuhlanlagen, schönen Wohnungen mit seniorengerechten Bädern und Balkonen ersetzt. Das gesamte Umfeld ist deutlich aufgewertet worden.
Alle diese Fragen müssen mit Blick auf die Interessen aller Mitglieder sorgfältig geprüft und beantwortet werden. Dies wollen wir in Zukunft gerne auch im Gespräch mit unseren Mietern tun. Denn unser Wohnungsbestand soll im Interesse aller Mitglieder ja auch künftig in seinem Wert erhalten werden. Gleichzeitig muss unser Augenmerk darauf gerichtet sein, dass auch künftig die Mieten noch bezahlbar bleiben.
Diese Fragen verstehen wir als künftige Herausforderungen, denen wir uns im Rahmen der Entwicklung einer Zukunftsstrategie für den MBV stellen wollen. Wir werden zu diesem Thema auch in den nächsten Ausgaben des MBV – report berichten.